Wenn aus detaillierten Berichten plötzlich Diskretion wird
Ich habe mir die Beiträge von schmuse kater
zu diesem Thema noch einmal genauer angeschaut. Verblüfft hat mich dabei vor allem der abrupte Wechsel seiner Haltung. Nach Jahren mit sehr detaillierten Berichten über intime Abläufe im Zimmer plädiert er nun plötzlich dafür, solche Details künftig nicht mehr preiszugeben, weil dies für die Frauen im Club angeblich negative Auswirkungen habe.
Auffällig bleibt, dass konkrete Beispiele für diese angeblich negativen Auswirkungen trotz Nachfrage nicht genannt werden können. Stattdessen wiederholen sich zwei Argumente: Erstens würden detaillierte Berichte bei anderen Gästen zu überhöhten Erwartungen führen. Zweitens müsse man intensive Nähe, Vertrauen und besondere Erlebnisse mit einer Frau im Puff erst durch mehrere Besuche, Sympathie, Respekt und gute Hygiene sich erarbeiten, sprich sich verdienen.
Auf mich wirken diese Ausführungen hahnebüchen und weniger als neutraler Appell zum Schutz der Frauen. Schmusekaters abrupter Wechsel von jahrelanger Detailfreude hin zur Forderung nach Diskretion spricht aus meiner Sicht eine ganz andere Sprache.
Der entscheidende Widerspruch
Genau an diesem Punkt wird es interessant. Denn wenn ein Autor jahrelang selbst von detaillierten Informationen profitiert und solche Details auch selbst veröffentlicht hat, dann wirkt der plötzliche Ruf nach Zurückhaltung nicht wie eine neutrale Grundsatzentscheidung. Es wirkt eher so, als habe sich seine eigene Position im Club verändert.
Schmusekater ist in mehreren Clubs bekannt, hat offenbar feste Favoritinnen und beschreibt selbst, dass er es sich mit seinen jetzigen und zukünftigen "Favoritinnen" nicht verscherzen möchte. Also geht es nicht um angebliche Rücksicht auf die Frauen.
Service-Details in Berichten sind nicht schädlich für die Frau
Ich halte die Behauptung, Details zum Service und Ablauf im Zimmer hätten negative Auswirkungen für die Frauen, in dieser Form für grundlegend falsch und irreführend. Denn es ist genau das Gegenteil der Fall. Konkrete, detailliert gutgeschriebene Berichte über Service, Ablauf, Stimmung und Besonderheiten im Zimmer, sind für die Damen eine sehr wirksame Werbung. Das höre ich von Frauen und Club Betreibern immer wieder und widerspricht somit der Aussage von Schmusekater. Diese Berichte machen neugierig, geben anderen Gästen Orientierung und führen zu weiteren Buchungen.
Natürlich muss man nicht jede intime Einzelheit bis in die letzte Ritze ausschlachten. Aber ein Forum lebt nun einmal davon, dass nicht nur über Optik, Wetter und Buffet geschrieben wird, sondern hauptsächlich über das eigentliche Erlebnis mit der Frau. Denn das ist genau das, was die Gäste lesen wollen. Wenn detaillierte Berichte neue Gäste bringen, dann ist die Behauptung, solche Details hätten negative Auswirkungen für die Girls, äusserst fragwürdig.
Gerade deshalb lässt diese Argumentation von Schmusekater für mich auf einen ganz anderen, interessengeleiteten Kern schließen.
Die Liebeskasper- & Favoritinnenfalle als naheliegende Erklärung
Für mich wirkt das stark nach der klassischen Liebeskasper- bzw. Favoritinnenfalle in die nun auch Schmusekater getappt ist. Ein Freier "investiert" über längere Zeit regelmäßig in bestimmte Frauen, erlebt besondere Nähe, bekommt intensive Zungenküsse, Vertrautheit und das Gefühl, nicht mehr einfach nur ein normaler Gast zu sein. Irgendwann entsteht daraus der Eindruck für den Mann, man habe sich bei ihr einen besonderen Status "erarbeitet und verdient" so wie es Schmuskater schreibt.
Ab diesem Moment verschiebt sich die Perspektive. Die Frau ist nicht mehr nur Prostituierte im Puff-Kontext, sondern wird zur besonderen Favoritin erkoren, zum Schätzchen, zur beinahe geliebten Ausnahme. Genau dann setzt regelmässig bei Männern die die Phase der Abschottung ein. In dieser Phase schlägt bei Männern auch das bekannte "Helfer- und Mädchenretter Syndrom" durch und der Freier nimmt dann alles für bare Münze was die Frau ihm im Zimmer ins Ohr säuselt. Man möchte diese Frau nicht mehr mit der breiten Freierwelt teilen und sie vor der bösen Freierwelt schützen, nicht mehr zu genau über sie schreiben und auch nicht mehr, dass andere mit denselben Erwartungen ins Zimmer gehen könnten.
Was vorher als nützliche Information für andere Gäste galt, wird plötzlich als gefährlich, unfair oder schädlich dargestellt. Nicht, weil sich die Beiträge verändert haben, sondern weil sich die emotionale Lage des Autors verändert hat. So wie es auch mixedcouple
schon richtig erkannt hat und durchschaut hat.
Vom Berichteschreiber zum Beschützer der Favoritin
Typisch ist an dieser Stelle der Rollenwechsel in die Beschützerrolle. Aus dem früher sehr detaillierten Berichteschreiber wird plötzlich der Beschützer und Retter der Favoritin. Auf einmal sollen andere Freier ihre Erwartungen beim Service herunterschrauben. Auf einmal sollen andere Freier nicht mehr genau erfahren, was im Zimmer tatsächlich läuft. Auf einmal wird erklärt, besondere Nähe müsse man sich erst erarbeiten und verdienen. Und auf einmal werden Hygiene, Sympathie, gleiche Wellenlänge und Vertrauen zu Kriterien erhoben, mit denen sich der eigene Sonderstatus rechtfertigen lässt.
In der Summe steht dahinter eine ziemlich klare Botschaft: Was ich mit meiner Favoritin erlebe, steht nicht automatisch jedem anderen zu! Was früher als nützliche Information im Forum gut genug war, wird nun zur gefährlichen Detailpreisgabe erklärt, sobald es die eigene Sonderstellung berühren könnte.
Klassiches Gockel- und Platzhirschgehabe im Clubgewand
Genau das macht den Appell so durchsichtig. Ausgerechnet dann zum Schweigen über intime Details aufzurufen, wenn man selbst einen persönlichen Stammkundenstatus schützen möchte, wirkt nicht neutral, sondern Ego- und interessengeleitet. Es geht dann nicht um Rücksicht, Stil oder angebliche negative Auswirkungen für die Frau. Es geht nur darum, den eigenen Platz bei der Favoritin abzusichern und andere Freiern von der Favoritin möglichst fernzuhalten.
Das ist klassisches Gockel- und Platzhirschgehabe im Clubgewand. Andere Freier sollen ihre Erwartungen herunterschrauben, weniger über konkrete Serviceleistungen erfahren und möglichst gar nicht erst mit derselben Erwartungshaltung zur Favoritin gehen. Hinter der moralischen Verpackung steckt damit vor allem Konkurrenzdenken: Die Favoritin soll nicht zu interessant für andere werden, der eigene Sonderstatus soll geschützt bleiben und mögliche Mitbewerber sollen auf Abstand gehalten werden. Das ist auch der Grund, warum Julian Laval
verheimlicht, wer seine Favoritin ist, über die er ständig schreibt.
Man schreibt ständig über sie, verklärt sie, schützt sie vor der Außenwelt und tut zugleich alles dafür, dass andere Freier nicht zu nah an dieses kleine Fantasierevier herankommen. 
Es geht auch um Besitz!
So wird aus einem angeblichen Schutzargument schnell eine Besitzstandswahrung. Der Freier will die Frau nicht offen besitzen, aber innerlich behandelt er sie längst wie sein besonderes Revier. Andere Gäste sollen zwar weiter zahlen, aber bitte nicht mit denselben Vorstellungen, Hoffnungen oder Ansprüchen bei ihr auftauchen. Genau darin liegt der eigentliche Kern dieser plötzlichen Forderung nach weniger Details.
Wenn aus Service plötzlich Sonderstatus im Kopf wird & der Freier glaubt etwas Besonderes zu sein
Besonders auffällig ist, dass die Argumentation stark über Aussagen der Frauen läuft. Die Frauen hätten gesagt, andere Gäste seien zu fordernd, unhygienisch oder hätten überhöhte Erwartungen. Solche Aussagen bedienen exakt das, was ein verliebter oder emotional gebundener Freier hören will: Du bist anders. Du bist sauberer. Du bist respektvoller. Bei dir kann ich mich fallen lassen. Dir kann ich mehr Nähe geben als den anderen.
Und genau an diesem Punkt wird es gefährlich für die eigene Wahrnehmung. Der Freier glaubt nicht mehr nur, einen guten Service erlebt zu haben. Er glaubt, eine besondere Stellung zu besitzen. Er hält sich nicht mehr für einen normalen Gast, sondern für die Ausnahme. Für den, der verstanden hat. Für den, der sich Nähe verdient hat. Für den, bei dem die Frau angeblich nicht mehr spielt, sondern wirklich anders empfindet.
So entsteht plötzlich eine persönliche Sondergeschichte im Kopf des Freiers. Die Favoritin wird geschützt, andere Gäste werden belehrt, Detailberichte werden problematisiert und der eigene Status wird moralisch aufgewertet. Das Ego wächst dabei schnell in den Himmel, während der nüchterne Blick auf die Realität immer kleiner wird.
Woher der Wind wirklich weht
Es gibt noch einen weiteren Punkt, den man aus der Praxis nicht ausblenden sollte und den El perversito
auch übersehen hat. Wenn manche Frauen darum bitten, nicht zu genau über das Erlebte im Zimmer zu schreiben, geht es meistens um private oder geschäftliche Hintergründe. Ein Aspekt ist Eifersucht im Hintergrund. Wenn ein Partner, Kontrolleur oder Zuhälter der Frau, Berichte mitliest, kann es für die Frau unangenehm werden, wenn öffentlich von besonders innigen oder intensiven Begegnungen die Rede ist. Zuhause oder am Telefon lässt sich vielleicht erzählen, es seien wieder nur anstrengende Freier da gewesen, man habe sie schnell abgefertigt und gut verdient. Wenn dann im Forum plötzlich von Nähe, Küssen, Leidenschaft und einer besonderen Nacht berichtet wird, passt diese Erzählung nicht mehr zusammen. Oder der Partner oder Zuhälter liest, dass die Frau im Puff Dinge macht, die sie bei ihm nicht macht.
Das sollte man im Hinterkopf behalten, bevor man sofort glaubt, detaillierte Berichte hätten Negative Auswirkungen für die Frau!
Es geht im Endeffekt ausschliesslich darum, dass ein detaillierter Bericht Dinge sichtbar macht, die in einem anderen Umfeld lieber unsichtbar bleiben sollen. 