Alles anzeigenDrei Thesen zum drastischen Umsatzeinbruch der Clubs
Über die aktuelle Situation in dieser Branche und die Frage, warum derzeit offenbar so der Wurm drin ist, haben wir am vergangenen Wochenende unter Freunden heiss diskutiert. Dabei kamen verschiedene mögliche Ursachen zur Sprache, die wir schliesslich in drei Thesen zusammengefasst haben. Wissenschaftlich fundiert ist unsere Analyse zwar nicht, einige Gedanken erschienen uns an diesem Abend aber durchaus schlüssig.
Ich möchte euch unsere Ergebnisse natürlich nicht vorenthalten
Ich selbst gehe eher selten in Clubs, zwei meiner Freunde dagegen sehr oft und zwei weitere ab und zu.
1. These: Die Clubs machen sich selbst kaputt
Jeder Club steht, so will es die Marktwirtschaft, in Konkurrenz zu anderen Clubs. Anstelle eines Gentlemen’s Agreement, bei dem die Preise nicht gross verändert werden, haben sich die Clubs jedoch eher zu einem regelrechten Konkurrenzkampf hinreissen lassen. Pakete, Partys und vieles mehr. Und das jeden Tag als Dauerzustand.
Dadurch wird es schwierig, überhaupt noch einen Stammclub zu haben, während gleichzeitig die Gewinnmargen der Clubs schwinden. Auch ein Überfluss kann sättigend wirken, sodass sich das Special Preis-Angebot das zum Dauerzustand wird, sich irgendwann gewöhnlich anfühlt.
Wir haben also festgestellt, dass die Clubs selbst Teil des Problems sind, indem sie sich gegenseitig kaputt konkurrieren (Kannibalismus durch Preisdumping).
2. These: Krieg, Unsicherheit und der bewusstere Gang in den Club
Vor dem Hintergrund der vielen Kriege auf der Welt und der zunehmenden globalen Unsicherheit ist die Angst in der Gesellschaft deutlich grösser geworden, und nicht jeder möchte einfach einen draufmachen. Männer gehen zwar weiterhin in Clubs um ihrem Trieb nachzugehen, planen ihre Besuche aber kostenbewusster. Durch die zahlreichen Pakete und Preis-Specials lässt sich ein Clubbesuch heute vorher sehr genau kalkulieren.
Wenn ich vor vier Jahren zwei Stunden vögeln wollte, hätte ich dafür locker 800.– bis 1.000.– Franken ausgegeben. Heute bekomme ich das für 400.– bis 500.–, und zwar zu einem festen Paketpreis sogar inklusive Eintritt, Essen und Wellness.
Warum sollte ich dann noch mehr Geld ausgeben und mit Drinks und Champagner eine Party anheizen, wenn der Club das bereits für mich erledigt?
Wir haben also festgestellt, dass es durchaus möglich wäre, dass die Kundschaft ihre Clubbesuche heute im Allgemeinen preisbewusster organisiert.
3. These: Billigficken im Edelclub, eventuell als Teil von These 2
Da die Kundschaft insgesamt bewusster in die Clubs geht, sind überwiegend Männer anwesend, die nur gezielt das Preis-Special nutzen und sonst nichts. Ungezwungenes "Partymachen" mit Flaschen ist dagegen fast nirgends mehr anzutreffen.
Zwei meiner Kollegen beanstandeten das am meisten. Früher war ein Clubbesuch für sie ein Ausbruch in eine andere Welt. Das kostete zwar entsprechend, aber sowohl die Männer als auch die Frauen waren dort, um Spass zu haben und es war ein besonderes Erlebnis. Heute beschränkt sich der Spass oft nur noch auf die Halbe Stunde Zimmergang, wodurch die Stimmung im Club einseitiger und müder geworden ist.
Zusammenfassung nach ein paar Bier
Na ja, das ist unsere Zusammenfassung. Sie ist eher ironisch als fundiert, aber irgendwie steckt in allem ein wenig Wahrheit. Als wir darüber diskutiert haben, klang das alles noch sooo schlüssig. Jetzt bin ich mir allerdings nicht mehr ganz so sicher. Das lag wahrscheinlich an den paar Bier zu viel
Geniesst den Abend und Hopp Schwiiiiiiiiiiiiz!!!
Mögliche Ursachen für den Umsatzeinbruch der Saunaclubs
Ich halte das für eine gute Analyse und bin mit einigen Punkten fast vollständig einverstanden. Ich denke ebenfalls, dass ein Umsatzeinbruch von 40 Prozent durch die Bank etwas zu hoch angesetzt ist. Aber selbst 10 bis 15 Prozent wären bereits viel.
1. Clubs und das Überangebot an Partys
Ich denke nicht, dass die Clubs grundsätzlich nicht mehr zeitgemäss sind. Sie sorgen mit ihrer Entwicklung jedoch selbst dafür, dass sie nicht mehr zeitgemäss wirken.
Partys an jedem Wochenende gab es früher nicht. Damals fand vielleicht alle paar Monate eine besondere Party statt, zu der man dann auch gerne ging. Bei ständig wiederkehrenden Partys tritt dagegen ein Gewöhnungseffekt ein. Die Gäste wollen nicht unbedingt dauernd Party, sondern vor allem eine gute Stimmung. Zu viele Partys können genau diese Stimmung kaputtmachen.
Um Mitternacht ist es dann ohnehin häufig fast leer. Die Jüngeren gehen anschliessend auf ihre richtige Party, während die Älteren bereits im Bett sind. Abgesehen von ein paar wenigen, aber man weiss ja schon.
Gewisse Clubs erzielen ihre eigentlichen Margen fast nur noch mit Getränken (Cüpli, Piccolo usw), und das merkt auch der Gast. In manchen Clubs bezahlt man beispielsweise Eintritt und faire Zimmerpreise, die Girls drängen nie zu Getränken und bleiben dadurch auch länger für Gespräche. Am Zimmer verdienen beide Seiten.
In gewissen Clubs sind längere Buchungen dagegen nicht mehr besonders beliebt, weil der Club daran kaum etwas verdient. Auch das hat Auswirkungen.
2. Weltlage, Kaufkraft und steigende Preissensibilität
Ja, die Weltlage und die gesunkene Kaufkraft spielen sicherlich ebenfalls eine Rolle. Das merkt man auch bei den Gästen aus den Nachbarländern. Die Preissensibilität hat deutlich zugenommen.
Ich vermute, dass eine weitere Preiserhöhung bei gewissen Clubs bereits erhebliche Auswirkungen hätte. Auch das sagt viel über die wahrgenommene Qualität aus.
3. Preiskonkurrenz durch Studios und private Girls
Auch die Preiskonkurrenz durch Studios und private Girls hat extrem zugenommen. Früher gab es vielleicht ein Studio, das 150 pro Stunde verlangte. Inzwischen kenne ich sieben Studios mit einem grossen Angebot und erstaunlich guter Qualität.
Diese Entwicklung hat Vorteile für alle Beteiligten. Die Girls sind freier, haben an ruhigen Tagen ihre Freizeit und viele arbeiten lieber in einem Studio, als zwölf Stunden Präsenzzeit mit viel Alkohol zu verbringen.
Der Kunde kann für 600 vier Stunden Sex buchen und seinen Champagner oder seine Getränke selbst mitbringen. Ich selbst habe einige Favoritinnen in solchen Studios. Mit zweien kann ich nach zwei Stunden sogar eine Pause einlegen und mit ihnen etwas essen gehen.
Diese Zeit wird nicht verrechnet, weil auch sie eine Pause macht und das Studio weiss, dass wir danach noch eine weitere Session haben. Das gibt dem Studio sogar zusätzliche Sicherheit. Natürlich bezahle ich das Essen.
Im Club würde ich mich bei einem Budget von 600 über maximal zwei Stunden Sex freuen. Der Rest des Geldes würde für Getränke ausgegeben, um überhaupt entsprechend viel Zeit mit ihr verbringen zu können.
Auswirkungen auf die Liquidität der Clubs
Das hat zwar nicht unmittelbar mit dem Umsatzeinbruch selbst zu tun, kann aber erhebliche Auswirkungen auf die Clubs haben.
Durch das seit 2025 geänderte Bundesgesetz über die Bekämpfung des missbräuchlichen Konkurses geraten Clubs bei Umsatzeinbussen schneller in Liquiditätsprobleme. Früher konnten sie gewisse ausstehende Beträge noch als Liquiditätsbrücke nutzen und die Behörden länger hinhalten. Heute wird dieses Geld sehr schnell eingefordert, und bei einer Nichtzahlung kann es entsprechend rasch zum Konkurs kommen.
























