Neue Details zur ermordeten Prostituierten im Dolder Grand Hotel Zürich
Leichenkoffer: Kathleen lag in Klappmesser-Stellung im Rollkoffer
Nachdem Robert S. (47) die Prostituierte Kathleen († 25) erwürgte, steckte er die Leiche in einen Rollkoffer. Zuhause verfrachtete er diesen im Weinklimaschrank im Keller. Über eine Woche versteckte er den Leichenkoffer auf diese Weise. Noch sind nicht alle Fragen um den Mordfall im Dolder Grand Hotel beantwortet.
Im Mordfall Dolder Grand lichtet sich der Nebel. Immer mehr Details über das Verbrechen werden bekannt. Die grausige Tat hatte sich Mitte September im Zürcher Luxushotel abgespielt. Offenbar erwürgte Robert S.* (47), der ehemalige Anlagechef der Aargauischen Pensionskasse, die polnische Prostituierte († 25). Jetzt sickert aus Justiz- und Polizeikreisen ausserhalb des Kantons Zürich durch: Der Banker steckte die Leiche in einen Koffer, um sie unbemerkt aus dem Hotel zu bringen.
«Er legte die Tote in der sogenannten Klappmesser-Stellung in seinen mitgebrachten Rollkoffer», sagt ein Justiz-Insider. Möglicherweise hatte Robert S. darin Utensilien verstaut, um verräterische Spuren zu vertuschen.
Tatsächlich wurde der Banker beim Verlassen des Hotels von einer der vielen Überwachungskameras des Dolder Grand gefilmt. «Man sieht, wie der Tatverdächtige den Rollkoffer zielstrebig durch einen Gang zieht», weiss ein Informant. Schliesslich verfrachtete Robert S. den Koffer samt Leiche in den Weinklimaschrank im Keller seiner Wohnung in Küsnacht ZH. Dafür musste er den ganzen Schrank leer räumen.
Der von der Polizei sichergestellte Koffer wurde ins Institut für Rechtsmedizin gebracht und geröntgt, bevor die Leiche obduziert wurde. Über eine Woche hatte Robert S. den Leichenkoffer im Weinschrank versteckt.
Die zuständige Zürcher Staatsanwalt wurde mit den Recherche-Informationen konfrontiert. Doch Hanno Wieser will vorerst keine Details bekannt geben. «Ich bedaure, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich die von Ihnen aufgelisteten Punkte nicht kommentieren kann», schreibt er in einem E-Mail. Das Einzige, was die Strafverfolger bekannt geben: Der Banker hat zugegeben, die Polin getötet zu haben.
Doch es bleiben in diesem Fall um geheime und gefährliche Sexspiele noch viele Fragen offen. Hat Robert S. den Rollkoffer mitgenommen, weil er mit dem Tod der Prostituierten gerechnet hatte?
Immerhin war der Banker im Sexmilieu dafür bekannt, dass er Frauen bis zur Besinnungslosigkeit würgte. «Zudem hatte er weitere spezielle Vorlieben», verrät eine Prostituierte.
Experten glauben nicht, dass die Tat geplant war. «In diesem Fall hätte er sich wohl auch Überlegungen zur Beseitigung der Leiche gemacht», sagt ein Kriminologe. «Das Deponieren im Weinschrank lässt eher auf eine Panikreaktion schliessen.»