Skandal um Polizeieinsatz im Club Römerbad – unverhältnismäßige Razzia trotz gültiger Arbeitsbewilligungen?
Was unsere Beamten bei der Razzia im Club Römerbad in Oberbuchsiten abgezogen haben, ist eine riesige Sauerei und macht die Willkür der Polizei deutlich.
Trotz bereits ausgestellter Arbeitsbewilligungen für die betroffenen Frauen, die am nächsten Tag im Club eintrafen, wurde ein enormer Polizeieinsatz mit spektakulären Festnahmen durchgeführt. Die Folge: Verhaftungen, Übernachtungen der Frauen in kalten Gefängniszellen, Strafanzeigen, Pressemitteilungen, Anwälte und ein monatelanger Papierkrieg für zahlreiche Beteiligte.
Und das alles, obwohl die entsprechenden Arbeitsbewilligungen bereits auf dem Postweg zum Club Römerbad unterwegs waren.
Zweifel an Verhältnismäßigkeit der Polizeirazzia im Römerbad
Für Außenstehende drängen sich dabei zwangsläufig unangenehme Fragen auf. Handelte es sich um behördliche Willkür? Um überzogenen Aktionismus? Oder sollte hier ein spektakulärer Polizeieinsatz inszeniert werden, um die massive Präsenz zahlreicher Beamter zu rechtfertigen?
Der Eindruck entsteht jedenfalls, dass selbst kleinste Anlässe mittlerweile ausreichen, um einen großen Polizeiapparat in Bewegung zu setzen. Aus Nichtigkeiten eine ganz große Sache künstlich aufzublasen.
Zunehmende staatliche Drangsalierung
Man hat inzwischen das Gefühl, dass man kaum noch einen Schritt machen kann, ohne dass sofort irgendein Beamter auftaucht, Bußen verhängt und Bürger behandelt werden, als wären sie Schwerverbrecher.
Immer häufiger entsteht der Eindruck, dass sich Teile der Behörden weniger als Dienstleister für die Bevölkerung verstehen, sondern eher als Gegner gegenüber unbescholtenen Bürgern, die überwacht und drangsaliert werden.
Fragwürdige Prioritäten bei Polizeieinsätzen im Rotlichtmilieu
Angesichts dieser Omnipräsenz der Behörden stellt sich auch eine andere Frage: Wie kann es sein, dass in manchen Etablissements in Zürich ganz offensichtlich große Mengen Kokain über den Tresen gehen und der Gast Kokain mit der Kreditkarte bezahlen kann, als wäre es völlig legal?
Nach den jüngsten Vorfällen rund um den bekannten Polizeiskandal innerhalb der Zürcher Milieuabteilung erscheinen solche Widersprüche plötzlich in einem ganz anderen Licht.
Der Eindruck entsteht fast, als würde in diesem Land vieles reibungslos funktionieren, solange die richtigen Leute zur richtigen Zeit geschmiert werden. Wer das nicht tut, bleibt möglicherweise der Dumme und muss sich weiterhin mit Kontrollen, Razzien und bürokratischen Schikanen herumschlagen.
Beispiel eines umstrittenen Polizeieinsatzes im Zürcher Rotlichtmilieu
Wie verbissen Behörden gegen einzelne Bürger vorgehen können, zeigt ein weiterer Fall: Ein 23-jähriger Mann soll angeblich in der Nähe der Zürcher Langstrasse eine Prostituierte nach Sex gefragt haben.
Daraufhin wurde er über mehrere Straßen hinweg observiert und kontrolliert. Am Ende entwickelte sich aus einer ursprünglich vorgesehenen Busse von rund 200 Franken ein Verfahren, das mit Gerichtskosten von über 2000 Franken endete.
Solche Fälle werfen zwangsläufig die Frage auf, ob hier nicht ein System entstanden ist, das immer stärker aus dem Gleichgewicht geraten ist.

























