Dann beginnt das große Verdrängen. Clubbetreiber schauen weg, schweigen, leugnen, vertuschen, verteilen Maulkörbe, beschimpfen und beschuldigen Gäste. Die Verstorbene wird sang- und klanglos aus dem Club, aus den Website-Profilen und oft auch aus der gemeinsamen Erinnerung entfernt. Kein Nachruf. Niemand sollte mehr über sie reden. Der Platz wird neu besetzt, das Geschäft soll störfrei weiter gehen, und das Gewissen wird mit einigen wohlklingenden Worten beruhigt. Doch gerade dort, wo alle wegschauen, beginnt die eigentliche Frage nach Menschlichkeit, Schuld und Verantwortung.
Gedenkfeier im Club
Wenn in einer Firma ein Mitarbeiter stirbt, läuft der Betrieb trotzdem weiter und wird deshalb nicht geschlossen. Die laufenden Kosten bleiben bestehen. Dennoch kenne ich es so, dass ein verstorbener Mitarbeiter zumindest durch einen gemeinsamen Abschied im Kreis der Belegschaft gewürdigt wird und auch Kunden die Möglichkeit erhalten, ihr Beileid auszudrücken.
Deshalb meine Frage: Warum ist das ausgerechnet in Clubs, wo zwischen Menschen eine besondere Nähe entsteht, nicht so? Warum gibt es keine gemeinsame Andacht, keinen würdevollen Abschied und keine Trauerfeier im Club wo die Gäste und Kolleginnen gemeinsam der Verstorbenen gedenken können?
























