@admin: danke dass Du mein Statement korrekt stehen gelassen hast. Ich war mir nicht sicher ob ich nicht ins Hornissennest steche. Ich bin froh lässt Du eine Diskussion zu.
Ich bin Arzt. Der Bund hat bei der ersten Welle alle Arztpraxen und Spitäler komplett stillgelegt um alle Kräfte für die erste Welle zu bündeln. Ich durfte 2 Monate nicht arbeiten (wohlgemerkt mit einer Ersatzentschädigung die gerade knapp meine Fixkosten deckte und mir ein Defizit von privat etwa 8000.- pro Monat generierte)... damit hat er die Intensivplätze massiv und kurzfristig aufgestockt und die Spitäler hatten extreme Verluste weil alles was normalerweise gemacht wird, ausfiel. Sogar die Psychiatrien mussten Betten für die befürchtete Welle freihalten. Danach kam es zu einer Normalisierung und die kurzfristig auf Kosten des Normalbetriebes aufgestockten Intensivplätze wurden wieder abgebaut. Daher kommen die Verluste der Spitäler. die Covidpatienten konnten niemals die generellen Ausfälle kompensieren. Im Nachhinein hat man gemerkt, dass man da zu viel gemacht hat und auch weniger gereicht hätte, aber alle hatten Angst wegen der Bilder aus bergamo. Die Spitäler verdienten Monate lang nur ein Bruchteil des normalen.
Um diese 1500 Intensivplätze wieder aufzubauen müsste man erneut alle Spitäler lahmlegen, alles Personal umlagern (das ist das Hauptproblem, man kann nicht genug Intensivpfleger rasch ausbilden/rekrutieren) und das kostet erstens viel Gesundheit und Leben für die "Normalkranken" (Krebs, etc.) und zweitens ist es auch extrem teuer was wir dann via Krankenkassenerhöhung und Steuern wieder bezahlen. Tatsächlich ist Lockdown und erneuter Notbetrieb dann wohl die Alternative, wenn sich nicht genug Leute Impfen bzw das Covid Gesetz abgelehnt wird. Ein möglicher Weg aber ich möchte das nicht, denn ich lese die Forschung und Studien zu den Impfungen im Original und finde keine Nachteile welche so massive Eingriffe rechtfertigen. Natürlich hat die Impfung Nebenwirkungen, diese bewegen sich aber bisher im Rahmen anderer Impfungen. Natürlich gibt es ein Restrisiko, dass irgendwann eine katastrophale uns bisher nicht bekannte nebenwirkung der mRNA Impfungen auftaucht. Damit muss ich leben. Ich bin nicht so dumm, zu glauben dass wir sicher wissen dass es sicher ist, Contergan und co lassen grüssen.
Zur Unterstützung der Pharma an die ärzte: Das sind vor allem zweckgebundene Gelder um die Forschung, z.bsp. aktuell vor allem die zu Covid, zu finanzieren. Das zahlt nämlich sonst niemand. Keine Krankenkasse und nur teilweise der Bund. Die früheren Gelder der Pharmafirmen kenne ich nur vom Hörensagen, ich habe in den letzten 20 Jahren noch nie mehr als ein paar Kugelschreiber erhalten. Aktuelle Policy ist, dass kein Geschenk grösser als eine normale Flasche Wein sein darf.
Die Behauptung dass aktuell vor allem geimpfte die Spitäler verstopfen ist meiner Meinung nach ein Netzfake und stimmt nicht. Jeder der auf einer Intensivstation arbeitet sagt, dass 90% der Patienten ungeimpft sind und die 10% geimpften hochrisikopatienten sind.
Zum Thema Impfpflicht: Ich und jeder andere im Gesundheitswesen leben schon lange mit Impfpflicht. Kein Mensch wird ohne Hepatitis und Tuberkuloseimmunität im Spital angestellt. Niemandem käme die Idee, dagegen zu protestieren. Es ist einfach pure Vernunft, so wie man halt den Sicherheitsgurt im Auto akzeptiert. Mir ist bewusst, dass es bei der Einführung der Gurtpflicht eine ähnliche Diskussion um persönliche Freiheit gab wie aktuell mit den Impfungen.
Martyn
: die Impfung ist Privatsache. Aber meine Freiheit hört da auf wo ich jemand anderes gefährde. Wenn die Leute nicht mehr Masern impfen und dann Immungeschwächte Leute daran sterben, finde ich das verwerflich. Wenn die Leute Covid nicht impfen, dann aber das volle Intensivstationprogramm verlangen wenn sie am abkratzen sind, und wegen ihnen andere, auch schlimm aber weniger akut kranke ihre Behandlung nicht bekommen, finde ich das verwerflich. Oder wenn sie andere, wie z.Bsp. Kleinkinder wo die Impfung nicht zugelassen ist, anstecken und von denen auch nur ein Promille schwer erkrankt (siehe Häufung von massiven Gefässerkrankungen bei Kleinkindern), oder die ganzen Teenager die ich aktuell mit massiven Longcovid sehe. Da sterben Leute an Tumoren oder haben monatelang schwerste Probleme weil andere ihre Freiheit reklamieren. Und die Zertifikate gelten nur für nicht Lebensnotwendige Dinge, fur den Fun im Leben. Ich finde es verwerflich, wenn für mein Recht auf Fun andere draufgehen oder schwer erkranken.
So, ich glaub ich habe nicht auf alles geantwortet aber mich bemüht, meine Sicht darzustellen. Ich bedanke mich für eine konstruktive Diskussion.