Geld, Macht und der Stellenwert der Girls im Rotlichtgewerbe
Deine Frage nach dem doppelten Salär: Rechtfertigt und erlaubt das jedes Mittel, unabhängig von Recht und Moral?
In der Praxis ist es doch eher so, dass von den Girls immer mehr Leistung bei rückläufigen Preisen verlangt wird. Deshalb sehe ich da keine doppelten „Saläre“.
(S)Experte hat den Verfall der Werte gut beschrieben. Typen wie dich gibt es wie Sand am Meer, die davon träumen, ein gieriger Gordon Gekko von der Wall Street zu sein und für Geld alles tun würden.
Und darum darf man sich in der Schweiz offenbar auch jede Schweinerei erlauben, da hier viel Geld die Mittel heiligt. Hierzu ein kleines Beispiel:
Ein persönlich erlebter Vorfall in einem Studio
Vor zwei bis drei Jahren habe ich persönlich erlebt, wie ein Freier in den Gang eines Studios geschissen hat. Ein anderes WG trat unabsichtlich hinein und verschmierte alles im Studio.
Das 20-jährige WG war vor Ekel aufgebracht, beschimpfte den Freier und forderte ihn auf, das zu putzen.
Dieser Freier war ein Stammgast, ein Banker, der regelmässig unter Kokain-Einfluss mehrere Stunden auf dem Zimmer verbrachte und mehrere Tausend Franken im Monat in diesem Studio ausgab.
Nach dem Verlassen des Studios beschwerte sich der Freier bei der Studio-Chefin darüber, wie er von dem WG beschimpft und zum Putzen aufgefordert worden war. Er sagte, dass er sich das nicht gefallen lasse und das Studio nicht mehr besuchen werde.
Das Ende vom Lied war, dass die Studio-Chefin das WG wegen des verlorenen Gastes nachts mit seinen Koffern auf die Strasse setzte.
Ein paar Tage später stellte ich die Studio-Chefin wegen dieses Vorfalls zur Rede. Ich hatte das Drama schliesslich selbst miterlebt, wie dieses zugekokste, asoziale Banker-Schwein in den Gang gekackt und sich mit seinen herumwedelnden Geldscheinen grosskotzig aufgeführt hatte.
Mir antwortete die Chefin sinngemäss, dass das WG die Scheisse unauffällig hätte wegputzen und freundlich bleiben müssen, damit der Gast sein Gesicht wahren könne und wiederkomme.
Ich sagte der Studio-Chefin daraufhin alle Schande ins Gesicht und liess mich dort nie wieder blicken.
Die Kasse des Clubs steht über den Rechten der Girls
Nach dem vorstehenden Muster läuft es doch generell: Ob die Girls lächelnd die Scheisse perverser Kunden wegputzen müssen oder singend auf die Viehwaage gehen sollen.
Die Girls müssen fast jede Abartigkeit über sich ergehen lassen und vor dem gnädigen Freier noch einen Knicks machen, damit in erster Linie die Kasse des Clubs stimmt.
Weder moralisch noch rechtlich lässt sich das mit der Begründung rechtfertigen, dass die Girls die „freie Wahl“ hätten und jederzeit gehen könnten.
Freier wie Delphi
und Rion69
bestätigen mit ihren extremen Aussagen eigentlich nur dieses Bild.
Das zeigt auch deutlich den Stellenwert der WGs. Es ist erschreckend, mit welcher Kaltblütigkeit und welchem Zynismus manche auf eine Diskussion reagieren, sobald es um ein paar grundlegende Rechte der WGs geht.