Die Verfehlung schlechthin diese Woche war wohl Trumps Intervention betreffend der roten Karte von US Spieler Folarin Balogun.
Diese direkte Einmischung in den Sport zeigt deutlich wie wenig sich Trump um Gesetze kümmert und alles, wirklich alles zu seinen Gunsten zu recht biegt und Infantino macht bei der ganzen Sache munter mit. Eine Schande die Fifa und den Fussball
Lieber Dark Angel
betreffend deinen Aussagen muss ich etwas ungläubig schmunzeln.
Den von dir geschilderten Fall kenne ich persönlich nicht. Tagespolitisches Geschehen verfolge ich seit längerer Zeit nur noch sehr eingeschränkt, weil es kaum noch sinnvoll einzuordnen ist. Was sich weltweit politisch abspielt, wirkt zunehmend wie reiner Wahnsinn. Dazu kommt, dass man von allen Seiten mit Interessen, Halbwahrheiten, Propaganda und medialer Zuspitzung und Verdrehung konfrontiert wird. Am Ende ist oft kaum noch erkennbar, was tatsächlich passiert ist und was daraus gemacht wurde.
Gerade bei Trump fällt mir auf, dass jede gegen ihn gerichtete Schlagzeile von seinen Gegnern sofort gross herausgestellt wird. Ob die Darstellung dann wirklich stimmt, aus dem Zusammenhang gerissen wurde oder politisch oder medial konstruiert ist, bleibt häufig offen. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass kaum noch jemand in der Lage ist, zwischen Wahrheit, Meinung, Kampagne und gezielter Inszenierung zu unterscheiden.
Was den Sport betrifft: Spitzensport und grosse Veranstaltungen waren noch nie frei von politischer Einflussnahme, egal von welchem Staat, auch die Schweiz. Fussball-WM, EM, Olympische Spiele oder auch der Eurovision Song Contest werden von Staaten, politisch gesteuerten Verbänden und somit von politischen Interessen seit jeher mitbenutzt. Es geht dort längst nicht um Sport, Musik oder faire Wettbewerbe, sondern um Macht, Image, Einfluss und vor allem wirtschaftliche Interessen.
Welche Länder teilnehmen dürfen, welche ausgeschlossen werden, wie Verbände agieren, wie Turniere vergeben werden, Gruppenzusammenstellungen, welche Schiedsrichter usw. das alles ist im Hintergrund hochgradig politisch gesteuert. Selbst das Televoting-System beim Songcontest steht seit geraumer Zeit unter vollständiger Kontrolle eines politischen Interessen-Verbands und das Siegerland steht schon vor Beginn des Wettbewerbs fest. Deshalb wirkt es auf mich etwas verkürzt, so zu tun, als wäre eine mögliche Einmischung von Trump der grosse Sündenfall, während der Rest des Systems sauber und neutral wäre.
Verhältnisse an obersten Schweizer Gerichten wie in einer Bananenrepublik
Bei der FIFA muss man meiner Meinung nach ohnehin nicht mehr so tun, als handle es sich um eine Sportorganisation. Sondern vielmehr um eine der weltweit hochkorruptesten mafiösen Geldwaschmaschine: mit Sitz in der Schweiz, Steuerfreiheit auf die Milliarden, besondere Nähe zu politischen Entscheidungsträgern und Schutz vor Strafverfolgung durch den Schweizer Staat. Wo bleibt da der Aufschrei der Genossen?
Stattdessen mit dem Finger auf Trump zeigen, wenn er wieder mal auf die Pauke haut. 
Das Internet ist voll mit Presseartikeln im Zusammenhgang mit der FIFA, wie z.B. "Das Versagen der Schweizer Justiz".
Oder Zitat aus der FAZ: "
Der Justizskandal um den Schweizer Bundesanwalt Lauber und seine Treffen mit Fifa-Präsident Infantino hat es an den Tag gebracht: An den obersten Gerichten der Schweiz geht es drunter und drüber. Das Versagen ist politisch gewollt. Das sind Verhältnisse wie in einer Bananenrepublik."
Dass nun ausgerechnet von Schweizer Stimmbürger, bei der Fifa plötzlich moralische Reinheit und faire Wettbewerbe erwartet werden, finde ich ziemlich naiv.
Für mich ist deshalb nicht die entscheidende Frage, ob Trump hier wieder einmal als Bösewicht dargestellt wird. Die grössere Frage ist, warum so viele Menschen immer noch glauben, internationaler Spitzensport sei unpolitisch, fair und frei von Einflussnahme. Schon Cäsar wusste, wie man das Volk dumm und ruhig stellt: Brot und Spiele. Daran hat sich im Grundsatz nicht viel geändert.
Heisst für mich: Ja, man kann Trump kritisieren. Aber man sollte dabei nicht so tun, als wären FIFA, Schweiz, Politik, Medien und Grossveranstaltungen ansonsten ein sauberer Gegenentwurf. Dieses ganze System ist längst durch ein einziges Krebsgeschwür durchsetzt.