Hmm, das wäre unerfreulich.
Als ich in dieses Gewerbe kam, brauchte ich wirklich verzweifelt Geld, ich hatte einen Fehler gemacht und musste diesen ausgleichen, das ging im Studio sehr schnell und ich konnte unter sicheren, damals halt auch wirklich Alles Safer Umständen arbeiten. Es war für mich nicht traumatisch und hätte es mir nicht doch irgendwie gefallen, ich hätte wieder aufgehört, sobald das Geld verdient war.
Die Frauen, die mit mir arbeiteten waren zu 65% Schweizerinnen, die anderen meist schon lange in der Schweiz und es herrschte eine fröhliche, kollegiale Stimmung. Man schaute auf einander und die Kunden waren meist nett und dankbar, der Verdienst war echt sensationell, die Topshots hatten oft 2000 am Tag und auch die nicht so populären / tabulosen Mädchen kamen mindestens auf respektable 600 Franken pro Schicht. Tabulos bedeutete damals, auch Anal, NS und all den anderen speziellen Kram zu machen, aber es war aus Mädchensicht alles konsequent geschützt. Abgesehen von der einen oder anderen viel zu jungen Frau gab es da eigentlich niemanden, der nicht freiwillig und mit einem bestimmten Ziel da sass. In dem Sinne, ich hätte nie angefangen, wenn es illegal wäre und hätte stattdessen gleich am Anfang meines erwachsenen Lebens eine Betreibung gehabt, was ja bei Wohnungs- und Jobsuche hinderlich sein kann.
Dann, so um 2003/2004 herum begann ein Wandel, die Preise sanken, immer mehr Kunden wollten unbedingt Küssen und FO und wenn man das nicht bot, blieben sie zwar trotzdem aber liessen merklich ihren Frust an einem raus. Die Preise wurden auch bei uns etwa alle sechs Monate gesenkt, plötzlich mussten wir MWST zahlen, die Stimmung wurde immer aggressiver, auch unter den Mädchen, man klaute einander Zeugs, ein Stammkunde von mir, der in meiner Abwesenheit jemand anderes buchte, sagte mir, dass dieses Mädchen Gerüchte über mich verbreitete, völliger Kindergarten. Ich suchte mir einen normalen Job und stieg auf Escort um - andere sind geblieben, da sie keine Wahl hatten, zu hohe Lebenshaltungskosten.
Wie es heute in Studios aussieht, kann ich nicht sagen, aber ich fände es schlimm, wenn eine Frau aus Geldnot in eine Realität gerät, wie ich sie vor meiner "Kündigung" erlebte. Genauso wissen besonders junge Frauen nicht, was sie für Risiken haben, sie scheinen zu denken, es ist wie mit ihren Kollegen rumvögeln, einfach gegen Geld. Sie begreifen nicht die gesellschaftlichen Konsequenzen und die Auswirkung auf ihr weiteres Leben, besonders in beruflicher Hinsicht.
Ich denke, dass viele Probleme durch eine Übersättigung des Marktes sowie mangelnder Aufklärung oder Selbstkontrolle gemacht sind. 500 Franken pro Stunde sind zwar zu viel aber 250 sind zu wenig, insbesondere wenn man bedenkt, dass sich die Frauen immer mehr Risiken aussetzen. Es doch kein allgemeines Recht, eine Prostituierte zu besuchen, egal wieviel man verdient, wir essen ja schliesslich auch nicht alle im Restaurant und lassen uns auch nicht alle die Haare beim Coiffeur waschen. Anstatt ein McDonald's Wegwerfessen sollte so ein Besuch doch eher eine schöne Bereicherung sein, etwas, was man bewusst geniesst, anstatt schnell mal drüber und im Kopf denken, dass Nummer 155 im Vergleich zu Nummer 173 halt schon den besseren Hintern hatte. Ihr sagt immer, wenn eine Hure mehr verdienen will, muss sie halt mehr leisten. Tja, das selbe gilt im Fall auch für euch. Wenn man sich etwas leisten will, muss man dafür arbeiten. Wenn man für den gewünschten Lebenswandel nicht genug verdient, muss man entweder die Ansprüche runter schrauben oder etwas anderes arbeiten.
Würden die WGs übrigens unter Staatsfittiche kommen, könnten beide davon profitieren - der Staat durch steuerliche Mehreinnahmen, die WGs davon, dass der Staat dann quasi verpflichtet ist, sich um die Steuerzahlerinnen zu kümmern. Ich weiss ja nicht, wie Tanja "uns" gefunden hat, ob dahinter ein Troll oder eine reale Person steht, aber ein schadenfreudiges Verbot bringt absolut niemanden weiter. Ich habe vor Ewigkeiten mal gesagt, dass die Kunden aufpassen müssen in der schönen neuen Welt von alles tabulos für fast kein Geld, wenn etwas sich nicht selber reglementiert, dann kommt es oft einfach von aussen, durch Schreibtischtäter. Sollten diese Gerüchte stimmen, so hätte ich leider Recht gehabt.
Titlover
Danke für die "Rückendeckung" - ich denke es ist kein Problem, nach einem Gummi zu fragen, andererseits scheint deine Frau zu wissen, was du tust und bläst wahrscheinlich beim Auswärtsspielen auch pur, in dem Sinne müsst ihr das einfach untereinander ausmachen. Besonders falls noch Kinder geplant sind, ihr Männer kriegt bei sexuell übertragbaren Krankheiten bald mal irgendwelche Ausflüsse bevor es wirklich ernst ist, bei uns Frauen kann es verdammt schnell zur Unfruchtbarkeit führen, ohne vorher gross etwas zu merken.