Staunen statt Stöhnen im Stüssihof
Das gut 50-jährige Kino Stüssihof in Zürichs Altstadt legt seine anrüchige Vergangenheit ab und soll unter anderem ein Hort des Schweizer Films werden. Beide Säle sind saniert und aufgerüstet; im ersten Stock aber aufersteht das Mosaik der Pigalle-Bar.
Allenthalben wird eine Sexualisierung der Gesellschaft diagnostiziert, nicht nur in der Sektion Selfie. Da tut es gut, einmal eine gegenläufige Tendenz zu melden: Das Kino Stüssihof, jahrzehntelang dezidiert auf volljährige Kundschaft ausgerichtet, wird diese Woche mit einem jugendfreien Angebot wiedereröffnet. Künftig soll hier eine Mischung aus inländischem Schaffen und internationalem Mainstream die Altstadt beleben. Zu diesem Zweck sind die zwei Säle mit je 30 und 50 Sitzplätzen aufgefrischt und technisch aufgerüstet worden. Im Eingangsbereich, wo früher die Kasse und sogenannte Videokabinen waren, dient eine kleine Bar als Treffpunkt, der täglich bis Mitternacht für alle offen steht. Hier kann man sich zu moderaten Preisen einen Drink genehmigen oder eine Weisswurst vertilgen
























