Naja, ob Mann oder Frau, am Ende ist der Mensch triebgesteuert. Die einen mehr, die anderen weniger. Männer haben einfach den Vorteil, dass sie keine Erwartungshaltung erfüllen müssen. Denn: "Mann = Unterleibsgesteuert, Gefühlskalt, etc..." Von daher kann ein Mann gar nicht mehr allzu tief fallen.
Frauen sind eigentlich genau gleich wie Männer. Sie gehen gleich oft fremd, haben heisse Affären und lassen ihre geliebten Männer für besseren Sex fallen wie eine heisse Kartoffel. Unterschied: Frauen dürfen das in der Gesellschaft nicht tun. Es entspricht nicht dem Bild des süssen, einfühlsamen und lieben Wesens. Macht es eine Frau also offensichtlich so, ist sie eine Schlampe!
Also nach meinen Erfahrungen liegt der Unterschied bei Mann und Frau oft nur im Geschlechterbild.
ts1989, da hast du ein zentrales Thema angesprochen, wenn Du das geschlechterbild ansprichst
Ja das liebe Männerbild und Frauenbild . Ein jahrhunderte- jahrtausendealtes Geknorze um Klischees, die dem Menschen geschlechtsspezifisch gerecht werden soll !
Über Jahrhunderte und Jahrtausende längst eingespielte geschlechtsspezifische Verhaltenskodices !
Und wer sind wir nun, wir Männchen oder ihr Weibchen ?
Wir sind Empfangende und Gebende, zumindest, was das Physiologische angeht. Der Mann vögelt gibt das Sperma , die Frau vögelt und macht den Mann rasend, damit er ihr das, eben das Sperma, abgibt und sie es empfangen kann. Ein Spiel der Natur.
Dann wechselt die Musik, die Frau hat empfangen und nun gibt sie es zurück, das Kind, und auf einmal ist der Mann der Empfangende, er empfängt das mutiert zurück, was er in der Vereinigung gegeben hat, einen über die Vereinigung mit dem Ei zum kleinen Menschen mutiertes Sperma in Form eines schreienden Babys.
Dieser Logik der Natur entsprechend sind Frauen wie Männer Gebende und Empfangende. – nur, da hat die Menschheit geschlechtsspezifisch etwas missverstanden, denn aus dem Irrtum, dass die Frau die bloss Empfangende sei und der Mann bloss der Gebende, haben sich so gewisse Mechanismen im menschlichen Verhalten eingestellt und fixiert, bei denen dieses Spiel auch ausserhalb des Sexuellen in der übrigen Verhaltensweise perpetuiert wird.
Überspitzt formuliert, meint der Mann, er müsse seine Rolle des Gebenden auch im partnerschaftlichen Zusammenleben stets erfüllen und die Frau hegt die Erwartung, sie hätte das Recht weiterhin, in vielen Aspekten die Empfangende zu sein. Dies ufert dann letztlich bei der Frau oft in völlig verdrehten Erwartungshaltungen und beim Mann zum völlig verdrehtem Pflichtgefühl (und umgekehrt) aus. Und schon ist der Mist bezüglich des Umgangs und der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung geführt.
Die Religionen und die Kulturen haben das während der Menschheitsgeschichte bestens erprobt.
Wenn dann Frau noch merkt, dass das nicht funktioniert, und sich zurecht emanzipieren möchte, ihre Emanzipation aber darin versteht, den Mann zu imitieren und den Mann eher schlecht als recht spielt, ja dann ist der Brei angerichtet, denn dann ist sie weder Mann noch Frau.
Bestärkt wird dann der ganzen Irrtum noch durch das Bewusstsein und der Realität, dass so ein kleines neugeborenes Menschenwesen – Krone der universalen Schöpfung - im Vergleich zu den meisten Tierarten eigenartigerweise über Gebühren über Jahre völlig unautonom und begleitet aufwachsen muss. Dabei ist die Mutter und damit die Frau gerade am Anfang in Anspruch genommen und diese Rolle wird sie auch später nicht mehr los. In dieser Frühzeit muss der Mann das bringen, was die Frau als Mutter nicht bringen kann. Und schon ist sie wieder da die Rollenverteilung. Und schon ist es da das menschliche Selbstverständnis seiner Funktion und das geschlechtsspezifisch. Bloss entspricht dieses Selbstverständnis nicht dem menschlichen Naturell, einem interessanten Gemisch aus Egoismus und Altruismus – letzteres basierend auf einem egoistischen Hoffen auf Anerkennung und Dankbarkeit. Und schon ist er angerichtet der Fruchtsalat geschlechtspezifischer Missverständnisse, denn falsche, als unverrückbare Realität legitimierte Erwartungen rufen so Enttäuschungen durch Nichterfüllung dieser Erwartungen hervor. Und schon wieder ist der Mist angerichtet. Partnerschaften gehen aus frustrierten nicht erfüllten Erwartungen auseinander – und ein jeder mit der trügerischen, weil illusorischen Überzeugung recht gehabt zu haben – in einer Form von Unverständnis und Selbstjustiz.
Ahhhhhhh Mensch sein - egal ob Mann oder Frau - ist kompliziert!!!!!
Konsequenz aus dieser zugegeben etwas zugespitzten karikierten und abstrakten Betrachtungsweise, sollte wohl - ungeachtet ob Männlein oder Weiblein - dies sein, nämlich die Sache des Zusammenlebens auch jenes im sexuellen Bereich relaxed anzugehen ohne grössere gegenseitige Erwartungshaltungen. Vor allem sollten wir uns davor hüten, von anderen und vom anderen Geschlecht zu erwarten, was wir nicht selbst erfüllen können.
Das ist kein Aufruf zur Anarchie, sondern einer zur Befreiung von unnötigen sozialen und Schuldgefühle produzierenden Zwängen, dies öffnet einem einen befreiten Zugang zum anderen, einen befreiten spontanen Zugang von Mann und Frau.
Dies wäre dann eher ein Aufruf zu einem gefühl- und respektvollen Aufeinanderzugehen in nichts fordender Liebe, was im Sexuellen zu einem offenen und damit auch unbeschwerten Umgang der beiden Geschlechter führt.
Das öffnet einem auch die Möglichkeit zu neuen Perspektiven im Sex, denn nichts ist in Stein gemeisselt, alles ist möglich, sofern es dann beiden Freude macht- und das auszuloten ist ein Abenteuer, das über alle uns geschenkten Sinnesebenen geschieht, die im Sex eingesetzt werden , Tastsinn, Geruchsinn, Bilder, Phantasien, die auch bloss Verbal umgesetzt werden können.
Dieses sich Befreien und Fallenlassen öffnet Perspektiven, die für Frau und Mann unglaublich er- und anregend sein können. Es sind dann auch jene die es erlauben, sich gegenseitig fokussiert und von Aussen ungestört gegenseitig zu erfühlen, bis zu jenem Punkt, wo sich Mann und Frau gar in einem gemeinsamen Orgasmus finden. Denn letzterer wird meiner Erfahrung nach nicht über ein vorsätzliches willentliches Tun erreicht, sondern durch ein sich gegenseitiges Ausloten im freien Fall der Lust und der sinnlichen Verschmelzung, der nur dann frei ist, wenn das Rationale zu weiten Teilen ausgeschaltet ist und die Sinne auf sich selbst und zugleich mit Blick auf den anderen fokussiert sind. Nur in Dir selbst findest Du den anderen.
Wem das gelingt, für den ist dann der gemeinsame Orgasmus nicht, wie im betreffenden thread zu dieser Thematik behauptet wurde, ein Sechser im Lotto , sondern er kann in guter Regelmässigkeit erfahren – aber eben nicht errungen – werden. Voraussetzung dazu ist freilich: nicht darauf fixiert zu sein, diesen um jeden Preis erlangen zu wollen.
Wem das in Gegenseitigkeit gelingt, regelmässig guten Sex zu haben und gemeinsam Höhepunkte erleben zu dürfen, ja der muss – so möchte ich meinen – nicht auf „Nebengeleise abschweifen“ und der bleibt bei seinem Partner/In, mit dem er diese Freuden erlebt.
Damit will ich nicht sagen, dass der gemeinsame Orgasmus alleinige Quelle des Liebesglücks und partnerschaftlicher Treue ist. Das wäre Stumpfsinn, da die Realität anders ist. Nein er ist bloss reichste und schönste Frucht freier Sinne ohne Erwartungen im Sexspiel.
Und damit sind wir zurück beim Problem von Mann und Frau im eigenen Selbstverständnis. Das eigene Ich von Frau und Mann wird wohl am besten erfühlt – im Sex wie generell in der Partnerschaft - , wenn es gelingt, geschlechtsspezifische Aspekte und Zwänge auszuklammern und man sich zusammen "sich selbst" fühlt – und das frei, in Wohlwollen und ohne Erwartungen.
Galeotto





















