Teil 15: Wahrheiten, Einsichten und (Selbst-)Erkenntnisse –
Der Morgen danach (3 von 3)
„Wann geht eigentlich Dein Zug …?“, frage ich sie, während wir plaudernd die Tauentzienstraße in Richtung Kurfürstendamm hinuntergehen. „Jede Stunde“, antwortet „Emily“. „Geplant habe ich eigentlich für kurz nach 13:30 Uhr.
„Ich komme sowieso am Hauptbahnhof vorbei. Wenn Du möchtest, dann kann ich Dich gerne mitnehmen und dort absetzen. Dann bräuchtest Du Dir kein Taxi zu nehmen“, schlage ich vor. „Emily“ guckt zu mir hoch, lächelt mich an … „Gerne … das ist lieb von Dir. Vielen Dank.“ 
Zweihundert Meter vom Hotel entfernt fängt es aus heiterem Himmel an zu regnen und wir bekommen eine nasse Dusche ab. Die letzten Meter geht’s im Laufschritt.
Wieder in der Suite angekommen rege ich an, dass „Emily“ nochmal die doch arg nass gewordene Jeans wechselt. „Mit der nassen Hose vier Stunden im Zug zu sitzen, halte ich für keine gute Idee“, sage ich … „Da holst Du Dir am Ende noch was weg … muss doch nicht sein.“ 
Sie kramt also aus ihrem bereits gepackten Koffer die „initiale“ Bluejeans von ihrer Ankunft hier heraus und zieht sich um. „Das war eine gute Idee“, sagt sie schließlich … „So ist’s in der Tat besser.“
Wir laufen noch einmal durch „unsere“ Suite und checken, ob wir auch nichts vergessen haben. Es ist kurz nach 12:00 Uhr. Dann verlassen wir die Suite und fahren mit dem Fahrstuhl die 26 Etagen in die Lobby hinunter, um auszuchecken.
„Emily“ wartet auf mich, während ich das Finanzielle regele und mein Auto vorfahren lasse. Die Pagen tragen unser Gepäck heraus, während „Emily“ und ich Arm in Arm hinterherschlendern. Während wir auf mein Auto warten, halte ich „Emily“ im Arm, die ihren Kopf gegen meine Brust legt und sich bei mir anschmiegt.
Mein schwarzes „Ingolstädter Dickschiff“ ist zwar schon ein paar Tage alt, aber so frisch gewaschen und gereinigt wie er jetzt vor dem Hotel vorgefahren wird, trotzdem noch immer eine ziemlich imposante Erscheinung. „Lass‘ uns den nehmen … bis wir einen anderen finden“, sage ich im Scherz zu „Emily“ und gehe auf meinen Wagen zu. Ein Page lädt unsere Koffer ein, ein zweiter Page kommt mir entgegen, um mir meinen Autoschlüssel zu überreichen … ein dritter Page hält „Emily“ die Beifahrertür auf … und sie steigt mit der größten Selbstverständlichkeit in mein Auto ein.
Ein letztes Mal in diesen vergangenen 18 Stunden PLATZE ich fast vor Stolz … „Ja, seht es Euch genau an“, denke ich still für mich. „Ganz gleich, was ihr seit gestern Abend vielleicht auch gedacht und getuschelt habt … dieser vollbusige blonde Superschuss steigt zu mir ins Auto und fährt tatsächlich wieder mit mir zusammen weg …“
Ich steige auf der Fahrerseite ein, justiere meinen Sitz und fädele mich in die „gelebte Vollkatastrophe“ des Berliner Stadtverkehrs ein. Etwas überraschend kommen wir jedoch gut „durch“ und voran. Unsere letzten Gespräche kreisen um die gemeinsamen Erlebnisse des vergangenen Tages. Wir sind uns einig, dass wir das beizeiten wiederholen sollten.
Nach dem Tiergartentunnel biege ich rechts auf den Vorplatz des Hauptbahnhofs ab und halte an. In den Sekunden, wo ich diese Zeilen tippe und die Erinnerung an den Moment wieder hochkommt, wird mir das Herz beinah genauso schwer wie in der Situation selbst.
„Emily“ schnallt sich ab, lehnt sich zu mir und küsst mich. „Es war schön mit Dir. Vielen Dank für die Zeit … und vielen Dank für die wunderschönen Geschenke. Gerne jederzeit wieder.“
„Ich danke DIR, dass Du hier bei mir warst. DU bist wunderschön. Komm‘ gut nach Hause“, sage ich. „Ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen könnten.“
Sie öffnet die Tür und neigt sich bereits zum Aussteigen … da dreht sie sich um, umarmt mich noch einmal und küsst mich erneut. Dann steigt sie aus, greift sich ihren Koffer vom Rücksitz, klingelt mit ihrer süßen Mädchenstimme noch ein „Tschüss, fahr‘ vorsichtig“ zu mir ins Auto und schlägt die Tür zu.
Ich sehe ihr aus dem Auto hinterher, wie sie mit ihrem niedlichen kleinen Knackarsch in der engen Jeans über den Bahnhofsvorplatz läuft, als sie sich umdreht, noch einmal winkt und mir durch die Luft einen Kuss „zuwirft“.
Dann – so unvermittelt und mit „Donnerknall“, wie sie mittlerweile 19 Stunden zuvor in mein Leben trat – ist „meine“ Emily wieder verschwunden. 
EPILOG
Der freundliche Coyote sitzt am Nachmittag nach „Emilys“ Abreise aus Berlin zu Hause auf seinem Sofa, trinkt einen Kaffee, isst ein paar von „Emilys“ leckeren Mini-Pralinen und versucht seine Gedanken und Gefühle zu sortieren.
Bevor ich mich jedoch daran mache, das Erlebte (in der nun hier ja mittlerweile vorliegenden Form) in Worte zu fassen und zu „veröffentlichen“, rufe ich mein E-Mail-Programm auf und schreibe ein Feedback an „Emilys“ Agentur.
Ich schreibe „Anna“ wie sich bei meiner Verabschiedung von „Emily“ jede Faser meines Körpers dagegen gesträubt hat, diesen zuckersüßen Sonnenschein wieder gehen zu lassen. Ich schreibe ihr, wie sehr ich jede Minute meines Treffens mit „Emily“ genossen habe und wie sehr mich „Emilys“ stil- und parkettsicheres Auftreten beeindruckt hat. Und schließlich sage ich ihr, dass ich – vorausgesetzt natürlich, dass „Emily“ dies ähnlich empfände – mich bei Gelegenheit sehr über die Wiederholung eines solchen Treffens freuen würde. Schlussendlich bitte ich sie noch, „Emily“ ganz liebe Grüße von mir auszurichten.
Es dauert bis zum nächsten Vormittag, dass ich auf diese Mail von der Agentur eine Antwort bekomme.
Eine – ich kann es gar nicht anders formulieren – fast „euphorische“ Anna schreibt mir:
„Lieber [Coyote],
vielen lieben Dank für dieses wundervolle Feedback!
(…)
[Es] freut es mich (…), dass es mit Emily so fantastisch geklappt hat! (…)
Da Ihr Feedback an Emily gerichtet ist, werde ich dieses natürlich an sie weiterleiten und ich kann Ihnen versprechen, sie wird sich riesig darüber freuen. Ich habe bereits
Rücksprache mit ihr gehalten und kann Ihnen vorab sagen, dass ihr der gemeinsame
Abend genauso gut gefallen hat wie Ihnen.
Sollten Sie den Wunsch verspüren Emily wiederzusehen, werde ich natürlich alles
veranlassen, dass es ein zweites wunderschönes Treffen zwischen Ihnen beiden gibt!
Dies steht außer Frage. (…)
(…) Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege ein angenehmes Wochenende.
Mit freundlichen Grüßen
Anna“
Als ich vor gut 20 Monaten in die Planung für die „Geschichte einer Nacht“ einstieg, war mein Ziel ein „Reset“ meines „Systems“ auf Basis meiner „Werkseinstellungen“. Wer sich die Mühe macht, bis zum Anfang dieses Threads zurückzuscrollen, wird diese „Idee“ in „Teil 1“ vom 8. Januar 2020 dargelegt finden.
Hat diese Aktion ihr Ziel erfüllt …?
„Ja“ und „Nein“.
„Emily“ ist ein TRAUM und sie hat ausnahmslos ALLE Kriterien, die ich im Vorfeld dieser Nacht an sie anlegte, übererfüllt. Sie ist – und das kann ich ohne jede Übertreibung sagen – für mich eine der schönsten und erotischsten Frauen, die ich in meinem ganzen Leben jemals auf dieser Welt gesehen habe.
In den (tatsächlich ja nicht nur 18, sondern) 19 Stunden, die „Emily“ bei mir war, fühlte ich mich, als ob ich im Alleingang die Welt aus den Angeln heben könnte.
Hat also „Emily“ meinen „Glauben“ an „Frauen“, die „tatsächliche Weiblichkeit“ von Frauen und die „Magie zwischen den Geschlechtern“ wiederherstellen können …? Ja, ohne Zweifel.
Nur befürchte ich, dass ich die „unglückliche Liebe“, die ich durch die „Geschichte einer Nacht“ zu überwinden suchte, eben genau mit der „Geschichte einer Nacht“ gegen eine andere „unglückliche Liebe“ eingetauscht habe.
Aber ein Mann darf ja schließlich träumen. Und deshalb googelt der freundliche Coyote jetzt mal nach Luxushotels in Rom und Mailand … 
Ob, wann und wie diese Geschichte möglichweise ein „Sequel“ erfährt, kann ich heute noch nicht genau sagen. Einstweilen hoffe ich, dass der Forumsgemeinde das Mitlesen meiner Odyssee gefallen und Spaß gemacht hat.
Grüße an alle aus Berlin
Euer Coyote 



