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Bordellsucht, Begehren, Gefühle & falsche Ewartungen
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Antworten
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sehr ausführlich und sehr treffen....
Da kann man nichts mehr gross hinzufügen!

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Sexsucht zwischen Leidenschaft und Leiden – Persönliche Reflexionen über Mechanismen, Versuchungen und Selbstverantwortung
Steiftier, Deine Zeilen zum Thema Sexsucht bringen die wichtigsten Ingredienzen dieses Leidens –oder wie wir diese Sucht auch immer nennen wollen – recht gut auf den Punkt.
Ich möchte hier einige persönliche Betrachtungen zu diesem Thema beisteuern, die punktuell etwas Licht in die Hintergründe und Mechanismen dieser Sucht bringen mögen.
Wenn Sexsucht als Leiden definiert wird, dann ist auch Leidenschaft nicht weit weg, zumal im Sex auch immer eine gute Portion Leidenschaft enthalten ist oder sein sollte. Der Schritt vom intakten Sexleben zur Sexsucht ist verschwommen und die Grenze kann nicht klar gezogen werden, das selbe gilt für die Frage wann Leidenschaft zum Leiden wird.
Das Damoklesschwert, dass aus einem intakten Sexleben eine Sexsucht werden, und aus einem leidenschaftlichen Handeln ein leidendes Agieren werden lässt, schwebt meines Erachtens über allen, die sich dafür entschieden haben, sich als Sexkonsumenten auf die Prostitution oder auch - damit zusammenhängend - auf die Pornografie einzulassen. An letzterem ist – isoliert gesehen und per se – nichts auszusetzen, wenn man sich bewusst wird, was man tut und mit wem und mit welchen Interessen man sich dabei einlässt.
Dass da, wie Steiftier bemerkt, ähnliche psychische Abhängigkeiten entstehen können wie bei Drogenabhängigen ist nicht von der Hand zu weisen. Im Unterschied zur Drogenabhängigkeit besteht bei der Sexsucht aber keine physische Abhängigkeit, dass also der Körper befehlen würde, dass nochmals Sex konsumiert werden muss. Im Gegenteil er ist es, der sagt - bei einem früher beim anderen später – dass nun nichts mehr geht, und der Sex eben bloss noch im Kopf geht, nicht aber weiter unten, denn nach verschiedenen Malen hintereinander ist man fucked out. Der Körper hilft also gar noch um sich zu beruhigen... Wenn da nur nicht die Psyche wäre.
Diese spielt nun ein Spiel das verhängnisvoll sein kann, wenn man demenzial dh. kopflos, ohne sich bewusst zu werden was man tut, Sex konsumiert. Ich bin der festen Überzeugung, dass beim übermässigen Konsum von gekauftem Sex eine Abstumpfung eintreten kann, die zwar nach mehr Sex mit immer wieder neuen sich als „Frischfleisch“ präsentierenden Damen schreit, die aber nie befriedigt wird. Erste schüchterne Anzeichen solchen Verhaltens erlebe ich ja selbst an mir selbst, ohne dass ich mich nun als Sexsüchtigen sehe. So geschehen nach einem wirklich beglückenden Schäferstündchen mit einer wundervollen Dame namens Jana, der ich nach dem sexuellen Zusammensein euphorisch kund tat, dass ich es mit ihr einfach unglaublich intensiv genossen hätte und genösse, worauf sie mich dann liebevoll lächelnd vor die Frage stellte, ja, wenn Du so erfüllt bist, weshalb gehst Du dann trotzdem noch ein zweites Mal mit einer anderen Frau auf’s Zimmer ? Alles, was ich ihr entgegnen konnte, war : Recht hast Du.
Die Gefahren einer Eskalation zur Sexsucht sind meines Erachtens immer latent da, und Fälle von Sexsüchtigen sind zur genüge bekannt, in diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen früheren Forum-Vielschreiber, der meines Erachtens in seinen Aktivitäten jegliche Leitplanken verloren hatte und sich zu Handlungen hinreissen liess, die nur jemand tun kann, der einer Sucht und inneren unkontrollierbaren Zwängen verfallen ist....
Und gerade die Foren sind es, über die gezielt Abhängigkeiten geschürt werden, und genau deshalb werden sie von Besitzern der Etablissements unterstützt oder als Besitzer eben dieser Foren instrumentalisiert. Damit will ich nicht sagen, dass die Forenbetreiber der Sexsucht Vorschub leisten, aber Abhängigkeiten werden geschürt...Ist es denn nicht so, dass wenn einer in seinem Bericht über seine Angebetete und zugleich so das Erlebnis wieder aufleben lässt, mental nicht bereits wieder bei dieser Frau ist oder bei einer anderen, über die er im Forum gelesen hat, die „megageil“ sein soll ?
Wenn dann noch die Phantasie stimuliert ist, über die gelesenen angeblichen tollen Performances der betreffenden Damen, dann „juckt es doch schon wieder in den Lederhosen“ und der Gang ins Puff ist bloss noch eine Frage der Zeit ... und der Kohle.
Ein nächster Schritt in Richtung Abhängigkeit und von dort zu sexueller Abstumpfung und zur Sexsucht ist die Fixierung nicht auf die Sexpartnerin als Person, sondern auf eine bestimmte sexuelle Praktik, ohne die man glaubt, nicht mehr erfüllt zu werden. Bei dieser Fixierung, die auch über die Pornografie weiter „kultiviert“ wird - weshalb gibt es in den Etablissements Pornokinos und Bildschirme, wo solche Filmchen ablaufen? – steht man sich dann sexuell selbst im Weg, denn die sexuelle Befriedigung geht dann nicht mehr über das Zusammenspiel von Gefühl und den von WG und Freier gemeinsam erlebten (je nach dem, wie es die Prostitution erlaubt...) gemeinsam genossenen geilen Sexspielen, sondern sie wird unilateral bei der Befriedigung einer eigenen sexuellen Macke gesucht – aber letztlich nie gefunden...
Das bringt wiederum mit sich, dass man glaubt für die sexuelle Befriedigung, die Frequenz der sexuellen Betätigung und die Quantität der verschiedenen Frauen (Abwechslung macht das Leben süss...) zu erhöhen - und die Etablissements werden Dir da in diesem Anliegen liebend gerne entgegenkommen - sofern die Kohle auf den Tisch, resp. auf die Bettkante gelegt wird.
Es liegt mir fern, hier als moralintriefender Vergrämter aufzutreten, alles andere als das, zumal ich ja selbst mit regelmässiger Frequenz solche Lokale aufsuche und meine Ausführungen nichts mit Wertung oder Moral zu tun haben, sondern auf bewusster eigener Reflektion und Beobachtungen an mir selbst und nicht weniger an meinen Mitstreitern basieren.
Der Besuch von Etablissements ist nicht im geringsten verwerflich oder abzulehnen, wie es auch keine Transgression darstellt, dorthin zu gehen. Im Gegenteil können da durchaus beglückende Erlebnisse resultieren. Doch lauern dabei auch Gefahren, denen man sich bewusst sein muss. Am besten begegnet man diesen Gefahren durch eine ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst und dem, was man in Puff eigentlich tut, und was man sich vom Puffbesuch eigentlich verspricht.
Und wenn es gelingt, durch ein respektvolles und einfühlsames Auftreten, im „auserwählten“ WG“ jeweils positive wohlwollende Gefühle zu entlocken, und im Sex gegenseitig aufeinander eingeht, dann kann daraus auch ein befriedigendes heilsames Erlebnis resultieren, das eben „heilt“ und kein Leiden oder Sucht erzeugt.Das zu entscheiden, was man möchte und man wirklich braucht, das muss jeder selbst wissen und entscheiden. Das Hören der eigenen Stimme – sofern dafür ein Sensorium existiert - schadet sicher nicht.....
Galeotto -
Experten sprechen von Sexsucht, wenn bei den betroffenen Personen ein übermäßig hoher Geschlechtstrieb vorhanden ist. Sex wird dann häufig als Mittel eingesetzt, um negative Gefühle wie Trauer oder Einsamkeit zu unterdrücken. Allerdings verschafft der "mechanische" Sex den Betroffenen keine Befriedigung, sondern bewirkt lediglich, dass diese sich seelisch besser fühlen. Bei Sexentzug werden bei den Patienten ähnliche Symptome festgestellt wie bei Drogenabhängigen.
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hey jungs, war das schon alles zu diesem thema. ich finde es ja ok, wenn wikipedia zitiert wird. alles sehr aufschlussreich. aber und jetzt kommts, wie ist das bei dir/euch so? es kann doch nicht sein, dass keiner sich gedanken gemacht hat, ob er/sie sexsüchtig ist. also haut in die tasten. oder ist das thema wirklich abgelutscht?
greez spartan -
Analyse zur Sex- und Bordell Sucht
wow, ich bin ja richtig erstaunt über eure kommentare zur Sex- und Bordell Sucht. wobei ich die Analyse von snjders nicht allzu qualifiziert finde. man merkt aber das sich marquis und jupiter das thema reflektiert haben.
""Folgendes erscheint mir wichtig: Der/die Sexsüchtige ist jemand, der/die sich gedanklich zunehmend zwanghaft mit sexuellen Themen auseinandersetzt. Wie bei jeder Sucht kommt es dabei zur „Dosissteigerung“, d.h. um die gleiche Wirkung in sich selbst zu erzielen, werden immer größere sexuelle Reize gebraucht. Das sexuelle Thema wird immer vorherrschender und verdrängt das Interesse an anderen Lebensbereichen, die dann vernachlässigt werden. Im Zuge der Entwicklung kommt es zu der beschriebenen, verminderten Kontrollfähigkeit des sexuellen Verhaltens ...""
scheint bei mir nicht der fall zu sein, also weiter so jungs.
greez spartan -
Hallo Marquis,
sehr gut dein Kommentar, sehr gute Analyse!
Ich sehe das genau gleich: Sex "konsumieren" macht Spass, zu Hause, bei einem WG, spielt keine Rolle. Der Spass steht im Mittelpunkt. Solange das nicht zwanghaft ist, sehe ich das absolut nicht als "Sexsucht".
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Ich habe bei meinem Post absichtlich Wikipedia mal ausgeklammert. Nun habe ich dort nachgeschaut. Bemerkenswert erscheint mir folgendes:
Eine grosse Anzahl von sexuellen Handlungen bzw. häufige sexuelle Kontakten ist für sich allein noch kein Beweise für eine Sexsucht aber ein Indiz. Es kommt darauf an, wie die "Sucht" erlebt bzw. gelebt wird.
Folgendes erscheint mir wichtig: Der/die Sexsüchtige ist jemand, der/die sich gedanklich zunehmend zwanghaft mit sexuellen Themen auseinandersetzt. Wie bei jeder Sucht kommt es dabei zur „Dosissteigerung“, d.h. um die gleiche Wirkung in sich selbst zu erzielen, werden immer größere sexuelle Reize gebraucht. Das sexuelle Thema wird immer vorherrschender und verdrängt das Interesse an anderen Lebensbereichen, die dann vernachlässigt werden. Im Zuge der Entwicklung kommt es zu der beschriebenen, verminderten Kontrollfähigkeit des sexuellen Verhaltens ...
Sexsucht führt (wie eigentlich jede Sucht) oft zu Scham, Schuldgefühlen und Depressionen. Die Einsamkeit der Betroffenen ist groß und geht oftmals mit Hoffnungslosigkeit einher, die sich bis zur Suizidalität steigern kann...
Das heisst doch auch, die sexuelle Betätigung wird nicht mehr als befriedigend sondern als zwangshaft empfunden, ist mit einem schlechten Gefühl verbunden. Erst dann kann man von eigentlicher Sexsucht (= Krankheit) sprechen. Wenn man einen Gewinn daraus zieht (Entspannung, Befriedigung), liegt keine Sexsucht vor, sondern ein starkes Verlangen. Das ist meine Meinung. Wie ist Eure Meinung? Insbesonder interessiert mich die von Spartan. -
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Ich denke, wirklich sexsüchtig bist du erst, wenn du dich sexuell betätigst und keine wirkliche Befriedigung dabei hast. Wenn es für dich kein Problem ist, du nicht darunter leidest, bist du nicht sexsüchtig. Du musst genau überlegen, wie das bei dir abläuft.
Seit ich die Welt der käuflichen Liebe richtig entdeckt habe, denke ich ziemlich viel daran, welches WG ich wieder oder neu besuchen soll. Ich denke, deswegen bin ich nicht wirklich sexsüchtig. Jede Begegnung ist anders, und anders als man sich vorgestellt hat. Wenn du zu einem WG gehst und dich eine halbe Stunde entspannst, so ist das mehr Therapie, Körper-Therapie.
Sexsucht ist ein zwangshaftes Verhalten wie Spielsucht, mit einem Leidensdruck (Scham, Selbstvorwürfe nachher) verbunden. Sexsucht ist v.a. zu sehen in extensivem Porno-Konsum, z.B. am Internet. Ich sage mir, ich schaue keine Pornos und mag auch nicht, wenn Pornos laufen im Zimmer, wenn ich bei einem WG bin. Der beste Porno läuft in deinem Kopf mit dir als Hauptdarsteller.
Übrigens: Der beste Therapeut für dich ist auch in deinem Kopf. Ärzte, auch Psychiater kochen auch nur mit Wasser. Er muss zuerst zu verstehen versuchen, wie es bei dir läuft und gibt dir dann Ratschläge. Die Denkarbeit musst du in jedem Fall selber machen. -
Ich empfinde das Problem der Bordellsucht als ein angenehmes. Rechne mich selbst auch zu den Abhängigen von Sexclubs. Aber was solls, ist immer noch günstiger als eine Ehefrau
und gesünder als rauchen ist es auch (nehme es zumindest an). -
Ich glaube, dass Du da offensichtlich einen miserablen Therapeuten erwischt hast. Sexsucht, so wie Du das schilderst, ist eine Sucht (und das ist es offensichtlich in deinem Fall), und für Suchterkrankungen gibt es spezialisierte Ärzte! Ich würde auf jeden Fall nochmals einen Versuch wagen, aber nicht bei irgendeinem Wischiwaschi- oder Bachblütentherapeuten, sondern bei einem Arzt (Dr.med.) mit Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein richtiger Arzt, der eine Ahnung von Suchterkrankungen und Therapieformen hat, auch so einen Müll rauslässt wie der Typ, den du da offensichtlich beim ersten Mal erwischt hast.
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Wenn Lust zur Flucht wird und der Club zur Gewohnheit – Bordellsucht & Abhängigkeit von käuflicher Liebe
Zwischen Leidenschaft, Kontrollverlust und emotionaler Leere
Bordellsucht ist ein Thema, über das kaum offen gesprochen wird und doch betrifft es weit mehr Männer, als man vermuten würde. Die Abhängigkeit von käuflicher Liebe, von Saunaclubs, Escort-Besuchen und immer neuen sexuellen Reizen, beginnt oft harmlos: aus Neugier, Lust, Einsamkeit oder dem Wunsch nach Abwechslung. Was als Genuss startet, kann sich schleichend zu einer emotionalen und psychischen Abhängigkeit entwickeln, bei der der Bordellbesuch zur Flucht aus dem Alltag wird.
Wenn Sex nicht mehr Begegnung ist, sondern Betäubung. Wenn der nächste Clubbesuch wichtiger wird als Beziehungen, Nähe oder Selbstreflexion. Wenn Gedanken kreisen, Ausreden konstruiert und innere Leere kurzfristig mit Lust gefüllt wird, dann stellt sich unausweichlich die Frage: Bin ich noch frei in meiner Entscheidung oder bereits gefangen in einem Muster?
Dieser Erfahrungsbericht beleuchtet ehrlich und ungeschönt den Weg in die Welt der käuflichen Liebe, den schmalen Grat zwischen Leidenschaft und Sucht, sowie die psychologischen Mechanismen hinter Bordellsucht, Sexsucht und emotionaler Abhängigkeit. Nicht als Anklage, sondern als Spiegel. Für alle, die sich selbst darin vielleicht wiedererkennen.
Mein Erfahrungen zur Sucht und Abhängigkeit:
Hallo zusammen, ich bin mittlerweile 50 Jahre alt und gehe seit bald 30 Jahren regelmäßig in Clubs oder zu WG’s. Wenn ich ehrlich bin und heute will ich das bewusst sein, dann habe ich in dieser Zeit eine Summe von rund 250.000 Franken für mein Hobby ausgegeben. Ja, ein Viertelmillion. Das klingt fast surreal, wenn man es schwarz auf weiß liest. Aber es ist nun mal so.
Und es ist nicht so, dass ich mit meinen Partnerinnen nie Sex gehabt hätte oder mir generell etwas fehlen würde im klassischen Sinne. Es war und ist vielmehr diese Gier nach Abwechslung. Dieses Prickeln, diese Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen, für eine halbe oder ganze Stunde. Einfach Kopf aus, Hose runter, und in eine andere Welt abtauchen.
Es beginnt meist mit einem Gedanken, der sich im Kopf festsetzt und wenn der einmal da ist, bin ich kaum noch zu bremsen. Ich finde Ausreden, Zeitfenster, Möglichkeiten, um meinem Drang nachzugeben. Es fühlt sich an wie ein innerer Motor, der sich nicht abstellen lässt, bis ich den Kick geholt habe. Danach bin ich, meistens, zufrieden, manchmal aber auch frustriert. Je nachdem, wie der Zimmergang war, wie die Chemie war, oder ob ich mich danach leer fühlte.
Ich war sogar einmal in Therapie deswegen. Der Therapeut hörte sich meine Geschichte an und fragte mich dann ganz direkt:
„Na, steht er dir noch?“
Ich antwortete: „Ja, klar. Und wie!“
Seine Antwort: „Dann hast du (noch) kein Problem. Ich sage dir: Wenn er dir nicht mehr steht, dann hast du ein Problem.“Diese Aussage hat mich nachdenklich gemacht und gleichzeitig irgendwie entlastet. Ich habe die Therapie abgebrochen. Vielleicht, weil ich keine Lust hatte, mich wirklich zu stellen. Vielleicht auch, weil ich es verdrängt habe.
Bin ich süchtig? Vermutlich ja.
Aber ist das schlimm? Darüber bin ich mir bis heute nicht im Klaren. In meinem Alltag funktioniert alles. Ich gehe arbeiten, habe Freunde, und die meisten in meinem Umfeld ahnen nichts von meinem Hobby. Aber manchmal, wenn ich nachts allein nach Hause fahre, denke ich mir: Wenn das alles mal rauskommt, dann könnte es einschlagen wie eine Bombe.Und doch ist da diese Faszination. Diese Mischung aus Erotik, Nähe, der Illusion von Kontrolle und dem süßen Reiz des Verbotenen. Ich liebe den Moment, wenn ich einen Club betrete, die Musik leise läuft, schöne Frauen umherstreifen, ich frei wählen kann – wie ein König auf Zeit. Diese Macht, diese Augenhöhe, dieser Tanz aus Nähe und Distanz. Für viele Männer ist das ein gelebter Traum, für manche ein gefährliches Pflaster.
Ich weiß auch: Nicht wenige der Girls machen diesen Job nicht aus Leidenschaft, sondern aus Not. Und doch – ich behandle sie mit Respekt, bin zärtlich und einfühlsam. Es gibt für mich keinen Grund, mich dafür zu schämen. Ich tue mir etwas Gutes – und wenn es für das Girl auch passt, umso besser.
Doch die Wahrheit ist auch: Ich bin nicht mehr derselbe wie früher. Ich bin älter geworden. Reifer? Vielleicht. Und ich frage mich inzwischen öfter: Was fehlt mir eigentlich wirklich? Ist es nur der Sex? Oder suche ich eigentlich Nähe? Geborgenheit? Oder gar ein Stück Kontrolle in einer Welt, in der mir vieles entgleitet?
Bordellsucht ist ein schleichender Prozess. Sie beginnt nicht mit einer Entscheidung – sondern mit einem Gefühl.
Und sie wird genährt von unserer Gesellschaft, von unserem Bild von Männlichkeit, von dieser unausgesprochenen Erlaubnis, dass wir Männer uns "doch was gönnen dürfen". Und manchmal ist das auch okay. Aber wenn aus Lust ein Fluchtverhalten wird, wenn das Verlangen größer wird als der Verstand, dann wird es gefährlich.Ich schreibe das hier nicht, um Mitleid zu bekommen. Ich schreibe es, weil ich weiß, dass ich nicht allein bin. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, sich selbst zu reflektieren. Vielleicht entsteht hier ein ehrlicher Austausch. Vielleicht macht das Reden darüber den Unterschied.
Und am Ende bleibt die Frage:
Ist es wirklich Sucht? Oder einfach nur eine moderne Form von Sehnsucht?Bin gespannt auf eure Gedanken dazu.
Euer Spartan
























